Pressemitteilung
04.05.2010 - - zurück
Rückwärts gewandte Bildungsideologie gefährdet Schulabschlüsse
„Der Schulgesetzentwurf des Bildungsministers Dr. Klug bedeutet das faktische Aus für eine gymnasiale Oberstufe an den Gemeinschaftsschulen in Ostholstein“, befürchtet die Eutiner SPD-Landtagsabgeordnete Regina Poersch. "Viele Eltern sehen gerade die Möglichkeit, dass ihre Kinder an den Gemeinschaftsschulen das Abitur in neun Jahren machen können, als großen Vorteil. Minister Dr. Klug und der FDP sind die von ihnen immer bekämpften Gemeinschaftsschulen offenbar zu erfolgreich und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, werden diese jetzt halt kaputtgemacht. Darauf läuft die vorgelegte Änderung des Schulgesetzes hinaus."
Das Ziel, mehr junge Menschen zum Abitur zu führen, ist durch die vom schleswig-holsteinischen Bildungsminister angekündigte Enthauptung der Gemeinschaftsschule gefährdet.
Den sonst von Dr. Klug so bevorzugten Gymnasien erweist er damit einen Bärendienst, denn die sehr gut angenommenen Gemeinschaftsschulen in Ostholstein ließen auf eine Entspannung in den Gymnasien in hoffen.
Gleichzeitig sollen nun hunderte Lehrerstellen aus den anderen Schulen an die Gymnasien verschoben werden, um dort parallele G9- und G8-Zweige anbieten zu können. Dass Lehrerinnen und Lehrer an Gemeinschaftsschulen künftig 1,5 Stunden pro Woche mehr unterrichten sollen als Gymnasiallehrer, erschwere die Arbeitsbedingungen dieser neuen Schularten zusätzlich, so Regina Poersch.
„Auf diese Weise soll Druck auf die Gemeinschaftsschulen ausgeübt werden, sich ‚freiwillig’ vom längeren gemeinsamen Lernen zu verabschieden und sich in Realschulen mit Hauptschulteil zurückzuentwickeln“, kritisiert Regina Poersch.
Regina Poersch: "Die rückwärts gewandte Bildungsideologie der FDP gefährdet die erfolgreiche, bundesweit anerkannte Schulreform in Schleswig-Holstein, davon bin ich überzeugt. In diesen Tagen hagelt es Proteste von allen Seiten. Es bleibt zu hoffen, dass die fast einhellig negative Reaktion auf den Schulgesetzentwurf dazu beitragen wird, die eine oder andere Verschlechterung zu verhindern. Die SPD wird jedenfalls alles in ihrer Macht stehende tun, um die Rolle rückwärts im Bildungssystem abzuwenden."
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