Rede - Urlaub in Schleswig-Holstein ist wieder angesagt!

Veröffentlicht am 22.02.2017 in Landespolitik

Es gilt das gesprochene Wort!
Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden:
http://www.landtag.ltsh.de/aktuell/mediathek/index.html

Kiel, 22. Februar 2017

TOP 2 + 70: Regierungserklärung und Bericht zur Entwicklung des Tourismus
(Drs -Nr. 18/5109)

Regina Poersch

Urlaub in Schleswig-Holstein ist wieder angesagt!

"Wir haben alles was Sie brauchen. Was wir nicht haben, brauchen Sie auch nicht."

"Draußen nur Kännchen."

Kommt Ihnen das bekannt vor? Diese Zeiten, liebe Kolleginnen und Kollegen, sind vorbei! Diese Zeiten sind vorbei ­ auch dank der Küstenkoalition und Tourismusminister Reinhard Meyer.

Urlaub in Schleswig-Holstein ist wieder angesagt!

-  Zahl der Übernachtungen 2012: 24 Mio.
-  Zahl der Übernachtungen 2016: 28,2Mio. Das ist neuer Rekord!
Was fast noch wichtiger ist: Wir enttäuschen unsere Gäste nicht ­ sie kommen wieder!

-     Gästezufriedenheit 2011: Schulnote 2,0
-     Gästezufriedenheit 2015: Schulnote 1,8
Im Bericht der Landesregierung ist nachzulesen, dass sich die Bewertung der Serviceorientierung der Gastgeber deutlich von 2,1 auf 1,8 verbessert hat.

So einen Satz wie ,,Wir haben alles was Sie brauchen. Was wir nicht haben, brauchen Sie auch nicht." hört man nicht mehr. Annähernd 90 % der Schleswig-Holstein-Besucher bewerten das Reiseziel mit sehr gut oder gut. Der Marktanteil im Inlandstourismus ist weiter gestiegen, von 5,1 auf 6,1 Prozent. Wir haben die Hände nicht in den Schoß gelegt und abgewartet. Wo doch aktuell Deutschlandtourismus so en vogue ist und bislang beliebte Reiseziele nicht mehr so sicher erscheinen. Man muss schon auch etwas tun. Seit Schleswig-Holstein Glückswachstumsgebiet ist, haben wir Urlaubsglück neu definiert. Nicht erst seit dem Deutschen Tourismustag 2013 in Lübeck schaut die Republik auf den echten Norden.

Die Glückswachstumskampagne ist lebendig (trotz der hier im Saal bekannten Schwierigkeiten im letzten Jahr, für die niemand der hier Anwesenden etwas kann). Die Kampagne hört auf unsere Gäste und macht sie sehnsüchtig und neugierig.

Genau das ist die Kernaufgabe von Marketing. Und genau dieses Marketing haben wir gestärkt!
Während unsere Vorgänger die Tourismusagentur abwickeln wollten, haben wir den Zuschuss an die TASH um 300.000 EUR angehoben. Dass wir die TASH in eine Landesgesellschaft umgewandelt haben, zeigt zudem, welche Bedeutung wir dem Tourismusmarketing beimessen.
Unsere Tourismusstrategie ist im Dialog entstanden. Kein kurzatmiges Gutachten, sondern ein auf zehn Jahre angelegtes Handlungskonzept. Wir haben denen zugehört, die etwas vom Tourismus verstehen, haben den Dialog mit denen gesucht, die ihr Geld vom und im Tourismus verdienen.

Das sind nicht wenige!

-   Durch den Tourismus induzierte Arbeitsplätze 2014: 144.000
-   Durch den Tourismus induzierte Arbeitsplätze 2015: 151.300
Das sind Arbeitsplätze, die nicht exportiert werden können. Wertschöpfung, die in unserem Land und in den Regionen bleibt. Jeder einzelne Arbeitsplatz ist wichtig, kein einziger verzichtbar. Das Plus von 4,2 Prozent im November zeigt, dass die vermeintliche Nebensaison immer attraktiver wird. Wie viel mehr gute Arbeit mit Dauerarbeitsplätzen können wir noch erzielen, wenn wir erst im ganzen Land ganzjährig Saison haben! Wie viel wirtschaftlicher könnten Betriebe arbeiten!

Tourismuspolitik ist nun einmal Wirtschaftspolitik. Die Zahlen und Indizes steigen ­ da will ich uns mal auf die Schulter klopfen und feststellen: Das haben wir richtig gut hingekriegt. Noch eine schöne Zahl: ,,Das tourismusbezogene Einkommens- und Mehrwertsteueraufkommen wurde 2015 mit 757,5 Millionen Euro errechnet." Das stammt nicht von mir, das ist im Bericht nachzulesen. Unser Tourismusminister ist eben auch Wirtschaftsminister! Und damit zur konkreten Unterstützung. Wir sind an der Seite der Betriebe ­ und das hinzubekommen auch in der aktuellen EU-Förderperiode ist das Verdienst von Minister Meyer. Unsere Förderpolitik ist zielorientiert und verlangt Nachhaltigkeit, innovative Ansätze, echte Verbesserungen und hat eine konkrete Erwartung in Sachen guter Arbeit. Mit 36,5 Mio. EUR Unterstützung für die Neuerrichtung, Erweiterung und Modernisierung von Hotels sind Investitionen im Umfang von 286 Mio. EUR  ausgelöst worden und 1000 neue Arbeitsplätze entstanden, 1200 konnten gesichert werden.

Wir machen das. Und wir machen das vor allem anders und besser als eine vollkommen willkürlich und nach Gutsherrnart oder auch Gutdünken agierende Vorgängerregierung. (Es gab da jüngst so ein Beispiel...)1 Und weil nicht immer nur Geld allein das Problem ist, gibt es die GastgeberWerft, die auch einen Selbst-Check anbietet ­ eine tolle Sache! Für Interessierte: Die Seite www.gastgeberwerft.de lohnt einen Blick!

Auch die Kommunen unternehmen mit unserer Unterstützung große Anstrengungen. Sie wissen um die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus. Auch mit den Ostseesturmschäden von Anfang Januar lassen wir die Kommunen nicht allein. Den Bericht der Landesregierung Drucksache 18/5109 möchte ich an einer Stelle korrigieren: Schleswig-Holstein ist nicht auf einem ,,guten Weg", wie es auf Seite 2 heißt. Nein, liebe Landesregierung, wir sind auf einem sehr guten, auf einem ausgezeichneten, auf einem fabelhaften Weg! Auf einem fabelhaften Weg zu sein, bedeutet auch, noch nicht fertig zu sein. Natürlich haben wir noch Pläne, wäre ja schlimm, wenn nicht. Wir wollen auf der Erfolgsspur bleiben und noch mehr Menschen für einen Schleswig-Holstein-Urlaub begeistern. Schleswig-Holstein muss ein Reiseland für alle sein!
Deshalb wollen wir noch mehr Anstrengungen unternehmen, barrierefreies Reisen auszubauen.
Die ersten Schritte sind mit dieser Küstenkoalition unternommen worden, unsere Vorgänger ließen die Vorschläge in der Schublade versauern! Der Anfang ist also dank dieser Regierung gemacht. Das barrierefreie Reisen muss aber noch stärker in den Betrieben, Orten und Regionen verankert werden. Wir wollen die zielgerichtete Förderung fortsetzen: für die touristische Infrastruktur, für die Modernisierung oder auch Neuerrichtung von Unterkünften. Wir wollen für gute Arbeit im Tourismus sorgen. Das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen.

Der Fachkräftemangel ­ er ist da! Was wir aber brauchen, ist Qualität, Qualität, Qualität ­ eben auch im Service, am Herd und auf Etage. Das aber wird nur gehen, wenn die Rahmenbedingungen für die Fachkräfte stimmen. Gute Ausbildung, eine Perspektive, gute Bezahlung: Fachkräftesicherung geht eben nicht von alleine. Wenn Gasthöfe schließen, weil Koch und Köchin fehlen, wenn es in Restaurants nur noch Buffet gibt, weil Servicekräfte fehlen, dann besteht dringender Handlungsbedarf! Natürlich zu allererst bei den Betrieben, aber wir wollen sie gern unterstützen. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten verstehen etwas von guter Arbeit und Ausbildung, von qualifizierten Beschäftigten. Die Erreichbarkeit unserer Urlaubsorte auf Schiene und Straße ist von existenzieller Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit! Die ,,Bahnwelt" darf nicht am Hamburger Hauptbahnhof aufhören. Wir brauchen mehr und vor allem  bequeme Verbindungen mit der Bahn! Und die Straße? Schauen Sie sich im Lande um: Überall Baustellen. Ja, wir bringen die Infrastruktur auf Vordermann. Wir könnten auch alles lassen, wie es ist, aber wir renovieren. Auch für unsere Gäste. Und die verstehen durchaus, wozu eine Baustelle gut ist. Das bestätigt uns übrigens auch der Tourismusverband. Dessen Forderung nach einem touristischen Verkehrskonzept finden wir eine gute Idee.

Wo die Vorgängerregierung die Hände in den Schoß gelegt hat, hat die Küstenkoalition mit  Minister Meyer in den vergangenen fünf Jahren dem Tourismusland Schleswig-Holstein neue Impulse gegeben. Mit der Tourismusstrategie, gezielten Investitionen und Marketing ist es gelungen, die Position Schleswig-Holsteins deutlich auszubauen und die Marktanteile weiter zu erhöhen. Urlaub in Schleswig-Holstein ist wieder angesagt.

Gute Tourismuspolitik für unser Land zu machen: Das macht Spaß. Ihrer heutigen  Regierungserklärung zuzuhören, Herr Minister: Das ist Glück.