Unsere Europapolitik erteilt Protektionismus, Isolationismus und Nationalismus eine klare Absage!

Veröffentlicht am 22.02.2018 in Landespolitik

Landtagsrede am 22.2.2018 zu TOP 21: Europäisches Jahr 2018 (Drs-Nr.: 19/505)

Es gilt das gesprochene Wort.

Hinweis: Diese Rede kann hier als Video abgerufen werden:

Youtube: https://youtu.be/R5jKT5LrWFE

http://www.landtag.ltsh.de/aktuell/mediathek/index.html

,,Das starke Signal des Jahres 2018 als Europäisches Jahr des kulturellen Erbes sollte genutzt werden, um das Bewusstsein über die Bedeutung des kulturellen und ökologischen Erbes für die touristische Entwicklung zu fördern und um diese Elemente zu schützen." Das ist nicht von mir, das ist aus der letztjährigen Resolution des Parlamentsforums Südliche Ostsee zu den Europäischen Kulturrouten. Ganz konkret werden darin Vorschläge gemacht, einen eigenen Beitrag zur Schärfung des Bewusstseins für europäische Geschichte und die Stärkung einer europäischen Identität zu leisten. Mit unserem Antrag möchten wir dies heute diskutieren. Vielen Dank, Frau Ministerin, für Ihren Bericht.

 

Europäische Kulturrouten SIND ein Beitrag zur Schärfung des Bewusstseins für europäische Geschichte.

Sie stärken gleichermaßen die lokale Identität UND europäische Integration. Hier in Schleswig-Holstein sind wir es gewohnt, über den Tellerrand zu schauen. Und wir lieben und schätzen die kulturelle Bereicherung, die sich aus der Vielfalt ergibt. Der Kulturtourismus stützt sich auf die thematischen kulturtouristischen Routen: Routen der europäischen Backsteingotik, der Jakobswege durch den Ostseeraum, die Hanseroute, die Route der Zisterzienserklöster und perspektivisch auch die Schlösser und Gutshäuser im südlichen Ostseeraum. Kultureller Reichtum besteht ja aber nicht nur aus Burgen und Denkmälern, sondern auch aus anderen einzigartigen Angeboten wie etwa kulinarischen Spezialitäten und historischem Brauchtum. Zusammen mit regionalem Erholungs-, Freizeit-, Wassertourismus wird das hoch interessant für den ländlichen Raum, schafft Wachstum und Beschäftigung und erhält lokale Infrastrukturen. Hier kann und muss Schleswig-Holstein einen eigenen Beitrag leisten und sich einbringen. Hier liegt eine Chance für den Schleswig-Holstein-Tourismus, gerade im Binnenland, gerade im ländlichen Raum!

 

Nun machen diese Routen nicht an Ländergrenzen halt. So bringen sie Völker einander näher. Sie fördern die Begegnung von Menschen. - ,,Es ist wünschenswert, den Grenzübertritt zu erleichtern - insbesondere durch die Förderung des kleinen Grenzverkehrs an den Außengrenzen der Europäischen Union." Auch dies eine Forderung des Parlamentsforums, deren Resolution wir gemeinsam im letzten November angenommen haben. In Zeiten, in denen europäische Länder neue Grenzen bauen oder alte wieder errichten, ist das ein nicht zu unterschätzender Punkt! In diesen Zeiten braucht es eine neue Europapolitik. Eine Europapolitik, die Protektionismus, Isolationismus und Nationalismus eine klare Absage erteilt! Wir brauchen eine Stärkung der europäischen Integration. Das gelingt nur MIT den Menschen. Mit Menschen, die dieses Europa mit seiner kulturellen Vielfalt tragen und es durch ihren Austausch und die Begegnung untereinander bereichern. Nur durch den Austausch haben wir Verständnis für die Situation des Anderen und können in Europa untereinander und miteinander solidarisch sein. Und es ist wichtig, unser solidarisches Gesellschaftsmodell und unsere europäische Identität zu bewahren und zu verteidigen. Das europäische Kulturerbe ist die Basis dieser europäischen Identität und damit der europäischen Integration, für Frieden, Stabilität, Wohlstand und Zusammenhalt.

 

Das Jahr 2018 zum Europäischen Jahr des kulturellen Erbes zu erklären, ist deshalb und in der aktuellen Situation ein guter, ein wichtiger Beitrag für unser Europa. Das Bewahren des europäischen Kulturerbes ist also mitnichten etwas Angestaubtes. Genauso wenig wie Tradition eben nicht die Anbetung der Asche ist, sondern die Weitergabe des Feuers."

Das Original der Presseerklaerung kann unter der folgenden Adresse abgerufen werden:

               http://www.ltsh.de/presseticker/2018-02/22/12-44-31-4a9e/PI-Wo6tH0qe-spd.pdf