Der Radtourismus braucht attraktive Radwege - in Ostholstein wird eine große Chance leider vertan

Veröffentlicht am 26.03.2022 in Pressemitteilungen

Bei meinem Besuch in Kellenhusen im November 2021 mit Nicole Kohlert und Raymond Kiesbye

Am 2. März war SPD-Landtagskandidat Niclas Dürbrook zu Besuch bei Kellenhusens Bürgermeisterin Nicole Kohlert und Tourismuschef Raymond Kiesbye. Im Nachgang dieses Gesprächs habe ich als tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion auf Anregung von Niclas Dürbrook eine Kleine Anfrage (Drucksache 19/3701) an die Landesregierung zum Ostseeküstenradweg zwischen Kellenhusen und Dahme gestellt. Die jetzt vorliegenden Antworten sind leider ernüchternd.

Die offizielle Entwidmung des Regionaldeichs, auf dem der Radweg verläuft, steht unmittelbar bevor.

Niclas Dürbrook erklärt dazu in seiner Pressemitteilung vom 26.3.2022:

"Am 4. April wird im Amtsblatt die Entwidmung des Regionaldeichs zwischen Kellenhusen und Dahme offiziell verkündet werden. Die Landesregierung ist pessimistisch, was die weitere Zukunft des Ostseeküstenradwegs betrifft, der an dieser Stelle auf dem Regionaldeich verläuft. Das Land sieht keine Fördermöglichkeiten für den Erhalt des Radwegs am derzeitigen Ort, stellt allerdings Unterstützung für den Fall der Verlegung des Radwegs in das Hinterland in Aussicht.

Ich bedauer das sehr. Schleswig-Holstein hat sich zum Ziel gesetzt, unter die Top-3 beim Radtourismus zu kommen. Dafür braucht es in erster Linie attraktive Radwege mit Alleinstellungsmerkmalen. Der Ostseeküstenradweg hat eine überregionale Bedeutung. Das Teilstück zwischen Kellenhusen und Dahme ist ohne jeden Zweifel einer der attraktivsten Abschnitte. Der Erhalt dieses Teilstücks wäre darum nach wie vor ein extrem wichtiges Zeichen für attraktiven Radtourismus.

Das Land hat erst Ende des vergangenen Jahres eine Broschüre zu Qualitätsstandards im Radtourismus herausgegeben, in der die Unterhaltung der Radwege als zentrale Herausforderung beschrieben wird. Es ist darum sehr bedauerlich, dass nur für den Fall der Verlegung des Radwegs Fördermöglichkeiten gesehen werden. Wir brauchen nicht nur Hochglanzbroschüren, sondern vor allem den vollen Einsatz für attraktive Radwege vor Ort.

Die SPD hat in ihrem Programm für die Landtagswahl ein landesweites Konzept für die Verkehrsbelastung in den Tourismus-Hotspots angekündigt. Ich werde mich dafür einsetzen, dass bei diesem Konzept von Beginn an die Rad-Infrastruktur mitgedacht werden wird. Unsere Zusage lautet weiter, „als ein Zeichen für mehr Klimaschutz im Tourismus wollen wir Angebote im Fahrradtourismus im Land stärken.“ Das gilt für uns auch zwischen Kellenhusen und Dahme."

Die Kleine Anfrage kann hier nachgelesen werden.