Die Kommerzialisierung im Gesundheitswesen muss ein Ende haben

Veröffentlicht am 18.06.2021 in Landespolitik

Heute geht es im Schleswig-Holsteinischen Landtag um unseren Antrag: Daseinsvorsorge in der Gesundheitsversorgung und Pflege sichern 

(Drucksache 19/3097). 


Dazu sagte ich sehr deutlich:

Die Kommerzialisierung im Gesundheitswesen muss ein Ende haben.

Der Stellenabbau im Dienstleistungsbereich und in der Pflege muss gestoppt werden.

Unsere Forderung in Punkt 6 unseres Antrages hat einen aktuellen Bezug: den vom Sana-Konzern angekündigten Stellenabbau im Dienstleistungsbereich.

 

Also bei Hauswirtschaftskräften, sozialen Diensten, Krankenfahrdiensten, Stationsassistenzen, Hol- und Bringdiensten.

Die Sana-Kliniken wollen zum Ende des Jahres bundesweit 1.000 Beschäftigte aus ihrem Dienstleistungsbereich auf die Straße setzen. 

Ja, genau: 

Der Sana-Konzern, der 2019 einen Gewinn von 66 Millionen Euro gemacht hat und in der Pandemie massiv mit öffentlichen Geldern unterstützt wurde und wird.

Der Grund für die angekündigten Restrukturierungsmaßnahmen liegt nicht etwa in einer unverschuldeten wirtschaftlichen Schieflage. 

Nein, hier geht es einzig und allein um die Durchsetzung von Kapitalinteressen auf dem Rücken der Beschäftigten durch einen äußerst profitablen Klinikkonzern, und das mitten in der Pandemie. 

Von den Kündigungen sollen auch 80 Beschäftigte an drei Standorten in Ostholstein betroffen sein: 32 in Eutin, 31 in Oldenburg und 17 in Middelburg.

 

Nicht nur ich bin darüber entsetzt!

Servicepersonal und Reinigungskräfte sind ein wichtiger Teil der Pflege-Teams. Nicht zuletzt sind auch sie Corona-Heldinnen und -Helden. Und das seit über 15 Monaten.

Ihnen erst zu applaudieren und dann den Stuhl vor die Tür zu setzen, geht gar nicht!

Die Sana-Kliniken haben massiv von öffentlichen Mitteln profitiert und müssen damit auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden – für Patientinnen und Belegschaft! 

Steuermittel sind kein Selbstbedienungsladen.

Seit bald zwanzig Jahren kämpfen wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Ostholstein gegen die Privatisierung der damaligen Kreiskrankenhäuser.

Die Privatisierung der ehemaligen Kreiskrankenhäuser in Ostholstein durch CDU, FDP und Grüne war ein Riesen-Fehler.

Die SPD in Ostholstein war und ist laut und deutlich dagegen. 

Heute zeigt sich: die Kommerzialisierung war, ist und bleibt der falsche Weg! 

 

Hier kann man dazu die Landtagsrede meines Kollegen und Fraktionsvorsitzenden Dr. Ralf Stegner nachlesen.