Friedensdemo der Stadt Plön

Veröffentlicht am 28.02.2022 in Aktuelles

Beitrag auf der Friedensdemo der Stadt Plön am Sonntag, 27.02.2022

 

Seit Donnerstagmorgen ist nichts mehr wie es wahr.

Mit seinem Überfall auf die Ukraine hat der russische Präsident Putin den Krieg ins Herz Europas getragen.

Das macht uns fassungslos und es macht uns Angst.

Wir alle hatten gehofft und geglaubt, dass das „Recht des Stärkeren“ zumindest auf unserem Kontinent nicht länger als Mittel der Politik in Betracht gezogen würde.

Dass auch der russische Präsident eine Lehre aus den Schrecken und den Gräueln des Ersten und vor allem des Zweiten Weltkrieges gezogen hätte, unter dem vor allem die Ukraine und Russland zu leiden hatten.

Kriege führen nicht zu nationaler Größe, zu Ruhm oder zu Ehre.

Nein, Kriege bringen Schmerz, Verzweiflung und menschliche Abgründe. Kriege zerstören Lebensglück.

Krieg ist und bleibt ein Verbrechen – am eigenen Volk, an fremden Völkern, an der gesamten Menschheit.

Nichts vermag das zu rechtfertigen, und nichts gibt Russland das Recht, die Grenzen in Europa mit Gewalt neu zu ziehen.

***

Was wir gerade erleben, ist das Ende unserer europäischen Friedensordnung, die auf der vor 49 Jahren verabschiedeten KSZE-Schlussakte von Helsinki basiert.

Die damalige Sowjetunion hat sie unterschrieben, und die russische Föderation hat sich 1992 dazu bekannt.

  • Souveräne Gleichheit aller Staaten
  • Keine Androhung oder Anwendung von Gewalt
  • Unverletzlichkeit der Grenzen

Die damalige Sowjetunion hat das unterschrieben, die russische Föderation hat sich 1992 dazu bekannt.

Das war ein großer Sieg der Menschlichkeit.

Wir müssen es schaffen, Russland zum Frieden zu bewegen - und sei dieser Weg auch noch so lang.

Das sind wir auch unseren Partnern im Ostseeraum – den baltischen wie den skandinavischen Ländern wie auch Polen - schuldig, mit denen wir als Schleswig-Holsteinischer Landtag zum Beispiel in der Ostseeparlamentarierkonferenz seit nunmehr 30 Jahren eng und freundschaftlich zusammenarbeiten und die in großer Sorge sind. Und mit Kaliningrad verbindet uns als Landtag eine mehr als zwanzigjährige Partnerschaft.

Ich appelliere an Russland, nicht länger den Frieden zu brechen und das Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht länger mit Soldatenstiefeln zu treten.

***

Unsere Herzen, Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in der Ukraine, die um ihr Leben und ihre Freiheit fürchten. Ihr Schmerz geht uns nahe.

Wir denken heute aber auch an die mutigen Menschen, die in Russland auf die Straße gehen und sich gegen diesen Krieg stellen!

Wir stehen heute hier in Plön zusammen, ebenso wie Menschen auf der ganzen Welt.

Für das Selbstbestimmungsrecht der Völker, für Frieden, Demokratie und Freiheit!