Helfen wir unseren Jugendherbergen und Schullandheimen!

Veröffentlicht am 27.08.2020 in Pressemitteilungen

Zu Klassenfahrten in Jugendherbergen und Schullandheimen erklärt die Eutiner SPD-Landtagsabgeordnete und tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Regina Poersch:

„Klassen- und Studienfahrten können unter den am Reiseziel jeweils geltenden Hygienebedingungen und einer entsprechend sicheren Anreisemöglichkeit stattfinden, wenn alle Teilnehmenden bzw. Sorgeberechtigten einverstanden sind.“

So äußert sich das schleswig-holsteinische Bildungsministerium.

Die Realität sieht leider anders aus, denn die Diskussion um die Stornokosten müssen die Lehrkräfte mit den Eltern führen.

Hilfe vom Land gab es für abgesagte Reisen im vergangenen Schuljahr. Was aber ist mit der Klasse, die - lange geplant - in den kommenden Wochen fahren wollte? Ja, die derzeitige Lösung ist zwar rechtssicher. Sie motiviert aber nicht zur Planung und Durchführung von Reisen und trägt nicht zur Rettung von Jugendherbergen und Schullandheimen bei.

Es ist richtig, dass Kollege Brockmann (Ostholsteiner Anzeiger vom 22.8.2020) vorschlägt, die Schulen zu motivieren, wieder Klassenfahrten zu machen. Dazu gehört aber vor allem, den Lehrkräften die Sorge zu nehmen, auf Stornogebühren sitzen zu bleiben.

Für abgesagte Klassenfahrten aus dem Schuljahr 2019/2020 stehen zwar 3 Millionen Euro zur Verfügung.

So eine Stornierung betraf nach Hochrechnung des Ministeriums bis zu 70.000 Schülerinnen und Schüler. Wie viele davon tatsächlich einen Antrag stellen, ist offen. 


Laut Deutschem Jugendherbergswerk Landesverband Nordmark sind
in „normalen““ Zeiten rund 40 bis 50 Prozent der Gäste in Jugendherbergen Schulklassen auf Klassenfahrt. Dieses Kerngeschäft ist nahezu für das gesamte Jahr weggebrochen, denn auch im Herbst finden kaum Fahrten statt. Die Prognose für die Herbstsaison liegt bei weniger als 30.000 statt sonst rund 175.000 Übernachtungen. Das entspricht einem Jahresrückgang im Schulbereich von knapp 90 Prozent. 

Die SPD-Landtagsfraktion wird einen ausführlichen Bericht der Bildungsministerin einfordern und auch abgesagte Klassenfahrten im Schuljahr 2020/21 noch einmal thematisieren.