Reginas Standpunkt zu "Hein Schönberg"

Veröffentlicht am 15.03.2019 in Landespolitik

Beherrschendes Thema dieser Tage ist die Zukunft der Eisenbahnstrecke Kiel-Schönberger Strand, unseres „Hein Schönberg“.

 

Den Medien konnten wir die Ankündigung einer Kostensteigerung von bislang geplanten 35 Mio. Euro auf bis zu 50 Mio. Euro entnehmen. Damit einher ging die unverhohlene Drohung aus dem Wirtschaftsministerium, auf das Projekt vielleicht sogar ganz zu verzichten (Kieler Nachrichten vom 8. März 2019).

 

Was jedoch als „Hein Schönberg“ so gemütlich nach Strand und Bimmelbahn klingt, ist ein zentrales Infrastrukturprojekt! Wir brauchen die Reaktivierung der alten Schienenanbindung der Probstei von und nach Kiel für Pendlerinnen, Pendler, Touristinnen und Touristen. Das wäre übrigens auch mal ein schöner Beitrag zum Klimaschutz, anstatt nur zu schnacken.

 

Zu unserer Regierungszeit hatten wir in Sachen Schienenpersonennahverkehr drei Projekten in Schleswig-Holstein unbedingte Priorität eingeräumt: Zwei S-Bahnlinien im Hamburger Umland und eben der Bahnstrecke in der Probstei!

 

Ich weiß noch genau, wie wir uns Anfang Januar 2016 in Schönberg mit unserem damaligen Wirtschaftsminister Reinhard Meyer trafen. In meiner „Reginas Woche“ hatte ich damals festgehalten:

„Begonnen hat das Jahr 2016 mit einer wunderbaren Nachricht:

Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer hat am Montag „grünes Licht“ für die Reaktivierung der Bahnstrecke Kiel-Schönberg, unseren „Hein Schönberg“ gegeben!

Von jetzt an geht es nur noch um das „wie“, nicht mehr um das „ob". Das Planfeststellungsverfahren und die Bürgerbeteiligung sollen in diesem Jahr beginnen und 2017 abgeschlossen sein. Den Prozess nannte Reinhard Meyer ‚unumkehrbar‘. Mit aller Vorsicht hat unser Minister am Montag in Schönberg vor der Presse erklärt: ‚2018 kann der Zug dann im Takt rollen.‘ Die Finanzierung der Baukosten und der anschließenden jährlich ca. 1,7 Mio. EUR Betriebskosten erfolgt durch die vom Bund erhöhten Regionalisierungsmittel. Wir als SPD haben auf allen Ebenen jahrelang für die Wiederbelebung der Bahnverbindung von Kiel in die Probstei gekämpft, und am Montag durften wir uns gemeinsam über den Erfolg freuen, der ohne die Hartnäckigkeit der Schönberger – allen voran unser Altbürgermeister Wilfried Zurstraßen und unsere stellvertretende Bürgermeisterin Antje Klein – nicht möglich gewesen wäre. Auch die SPD-Kreistagsfraktion mit ihrem Vorsitzenden Lutz Schlünsen und unser Kreisvorsitzender Norbert Maroses haben nie lockergelassen. Nun gilt es, das Bus-Bahnkonzept gemeinsam mit den Gemeinden fertigzustellen, denn es gibt auch noch Punkte zu besprechen, etwa zu Haltepunkten in Passade und Fiefbergen, die in der Kosten-Nutzen-Betrachtung bereits berücksichtigt sind. In die Freude am Montag stimmten unsere Bundestagsabgeordnete Birgit Malecha-Nissen, mein Kollege vom Kieler Ostufer Bernd Heinemann und ich mit ein.

Ich habe in der Landtagsfraktion und im Landtag immer wieder für die Reaktivierung von Hein Schönberg geworben und freue mich sehr, dass wir mit den zusätzlichen Regionalisierungsmitteln die Schieneninfrastruktur im Kreis Plön ausbauen können.“

 

Im September 2017 wurde immerhin ein stündlicher Vorlaufbetrieb auf dem bereits ausgebauten Streckenstück zwischen Kiel Hauptbahnhof und Kiel-Oppendorf eingerichtet. Der Ausbau läuft also längst!

Es sieht nun wohl so aus, dass wir den Kampf wieder aufnehmen müssen.

 

Für mich und die SPD-Landtagsfraktion ist die Sache klar: Die Planung muss verlässlich weitergehen! Ich werde auch nicht zulassen, dass durch Verniedlichungen welcher Art auch immer die Bedeutung dieser Bahnstrecke abgewertet wird.

 

Mein Kollege Kai Vogel, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion betont: „Wir stehen nach wie vor zu „Hein Schönberg“, obwohl der Kostenanstieg sehr ärgerlich ist. Das Projekt ist für die Region Schönberg und Kiel gut geeignet, um vom Umstieg vom Auto auf den ÖPNV zu überzeugen.“

 

Dieses klare Bekenntnis verlange ich auch von der Landesregierung!