Unser Tourismus steht blendend da - aber er braucht auch weiter unser aller kraftvolle Unterstützung

Veröffentlicht am 27.04.2022 in Landespolitik

Landtagsrede vom 27.4.2022 zu TOP 42: Tourismusstrategie 2030 (Drs. 19/3795)

 

"Die Evaluierung und Neuausrichtung unserer erfolgreichen Tourismusstrategie steht an. Gut so. 30-30-3: Die Ziele unserer letzten Tourismusstrategie aus dem Mai 2014 zu Zeiten der Küstenkoalition sind längst erreicht. Wachstumsmäßig war sie eine echte Power-Strategie und ein voller Erfolg.

 

Wenn Sie mir in der Februar-Tagung zugehört haben, als wir über die Auswirkungen und Erkenntnisse aus der Pandemiekrise diskutierten, erinnern Sie sich bestimmt noch an die Weichenstellungen, von denen ich sprach. Als da wären: Eine echte Kraftanstrengung bei der Fachkräftesicherung.

 

Schauen Sie mal in die neue Tourismusstrategie, Handlungsfeld 8 (S. 63):

Fachkräfte im Hotelfach und in der Gastronomie sind die neue Zielgruppe! Gut so! Qualifizierte und zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Grundlage für ein uneingeschränktes, qualitatives Tourismusangebot! Der Kampf um Mitarbeitende ist längst genauso wichtig wie der Kampf um Gäste!

Es muss gelingen, Fachkräfte gut auszubilden, sie zu halten oder ggf. zurückzuholen (#bleiboben). Dafür müssen ihnen Perspektiven und gute Rahmenbedingungen und natürlich gute Bezahlung geboten werden. Das Lohnniveau hat maßgeblichen Einfluss auf den Mangel an Mitarbeitenden ­sagen die Autoren der neuen Tourismusstrategie. Das sehen auch wir so, dafür sind Tarifverträge unverzichtbar, ihre Allgemeinverbindlichkeit ein Fortschritt! Guter Lohn­ und zwar einer unabhängig von Trinkgeld ­ist auch Ausdruck des Respekts gegenüber denen, die unseren Gästen eine schöne Zeit bereiten, ­ob im Restaurant, im Hotel oder im Freizeitpark.

 

Dann wäre da: eine Charme-Offensive, so habe ich es genannt. Gute Kommunikation, Steigerung der Tourismusakzeptanz, Schaffung einer echten Willkommenskultur, Vermittlung der wirtschaftlichen Vorteile des Tourismus insbesondere für Einheimische.

 

Schauen Sie mal in die neue Tourismusstrategie: Tourismusakzeptanz und Tourismusbewusstsein werden darin als limitierender Faktor ausgemacht und damit als eine der zentralen Herausforderungen beschrieben. Gut so!

 

Und dann wäre da noch: Unseren Tourismus sowohl saisonal als auch regional breiter aufzustellen. Das erhöht die Wertschöpfung pro Gast und ist gut für Auslastung und Beschäftigung! Wir haben mehrfach gefordert, die Vorschläge der Studie zum Binnenlandtourismus umzusetzen.

 

Schauen Sie mal in die neue Tourismusstrategie! Die Mission lautet: Schleswig-Holstein wird zur Ganzjahresdestination! Und dazu gehören - Handlungsfeld 7 (S. 61) - verbesserte Strukturen im Binnenlandtourismus und die Ansiedlung von Beherbergungsbetrieben im Binnenland. Gut so!

 

Bei meinem Start im Landtag 2005 zählten wir 22 Mio. Übernachtungen, 2019 waren wir bei 35 Mio. Übernachtungen. Wir haben immer gesagt, dass neben der Wachstumsstrategie von 2014 das qualitative Wachstum in den Fokus gehört. Ich habe mich in all meinen Jahren als tourismuspolitische Sprecherin für einen nachhaltigen Tourismus eingesetzt.

 

Schauen Sie mal in die neue Tourismusstrategie: Dort ist das qualitative Wachstum Teil der Tourismus-Mission 2030. Gut so!

 

Wir tragen die neue Strategie mit, die Handlungsfelder darin sind auch genau unsere Punkte, ich habe sie schon in meiner Rede in der Februar-Tagung benannt. Jetzt muss es an die konsequente Umsetzung gehen. Die Tourismusakteure haben da klare Vorstellungen zum Umsetzungsmanagement, die auch Geld kosten werden. Insofern wäre ein diesbezüglicher Beschluss des Landtages heute schön gewesen. Das hätten die Regierungsfraktionen anschieben können, wie ich seinerzeit mit der Vorgängerstrategie. So müssen wir jetzt darauf hoffen, dass der nächste Landtag die entsprechenden Beschlüsse fasst. Ich wünsche es mir.

 

Selbstverständlich ist das nicht. Denken Sie mal an die Zeit zurück als eine Unternehmensberatung den Tourismus neu aufstellen wollte oder als CDU und FDP die TASH abwickeln wollten. Alles schon da gewesen. Heute haben hoffentlich alle begriffen, dass wir unseren Schleswig-Holstein-Tourismus nur gemeinsam voranbringen können und nur, indem wir immer wieder auf diejenigen hören, die im Tourismus unterwegs sind: in Hotels, in Restaurants, in den Marketingorganisationen usw.

 

Was die Gemeinsamkeit angeht: Ich danke allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern, ob in meiner Fraktion, in den anderen Fraktionen oder im Ministerium, in den Verbänden und Marketingorganisationen für gute Diskussionen, wichtige Hinweise und wertvolle Anregungen.

Ob in Regierungsverantwortung oder in der Opposition: Ich denke, wir haben es alles in allem ordentlich gemacht. Unser Tourismus steht blendend da. Aber er braucht auch weiter unser aller kraftvolle Unterstützung. Denen, die zukünftig die Tourismuspolitik unseres Landes gestalten, wünsche ich offene Ohren und Herzen für die Belange der Branche.

Diese Branche sorgt für dreistellige Millionenbeträge an Steuereinnahmen, sorgt für über 160.000 Arbeitsplätze und nicht zuletzt steigert sie die Lebensqualität in unserem Land. Das ist nun wirklich jede Mühe wert!"

 

Die Rede kann hier nachgelesen werden.